Neben den technischen Umbauarbeiten der Business-Plattform, wofür wir das Vorgehen in den vorangegangen beiden Blogs skizzierten, gilt es, das Augenmerk auch auf das IT-Betriebskonzept zu richten. Klar ist, dass der Umbau der Kernsysteme das IT-Betriebskonzept nur marginal vereinfachen wird. Aus unserer Sicht ist deshalb zentral, dass eine gesamtheitliche Perspektive eingenommen wird. Der Anteil an SaaS wird bei den Umsystemen zunehmen. Ebenso arbeiten die Kernsystem-Hersteller an SaaS-Angeboten. Je mehr Parteien und Plattformen an der Integration, Wartung und dem Support der Applikationen beteiligt sind, desto aufwändiger wird die Koordination unter den Parteien.
Kommt hinzu, dass Applikationen ohne Möglichkeiten des asynchronen Datenaustauschs die technische Nähe zu anderen Anwendungen benötigen.
Multicloud-Strategie wird unabdingbar
Es ist folglich ratsam, eine Multi-Cloud-Strategie hinsichtlich der gesamten Anwendungslandschaft zu konzeptionieren und diese finanziell, technisch und organisatorisch eingehend zu beleuchten. Neben den klassischen Kern-Prozessen wie Incident und Change rücken IT-Service-Continuity-Management und Cyber-Defence zunehmen in den Fokus (Resilienz).
EXKURS
Parallel zur Modernisierung der monolithischen Kernsysteme werden derzeit Core-Applikationen der neusten Generation entwickelt. Am Beispiel von Thought Machine, einem führenden Hersteller eines solchen Kernsystems für Banken, stellen wir signifikante Unterschiede im Konzept der Software und der IT-Architektur fest:
- Scope: Vault Core ist ein reines Kernsystem mit sehr fokussiertem Funktionsumfang.
- Offenheit: Datenströme und Konfigurationen werden über API orchestriert (API-only).
- Modernität: Die Anwendung ist cloud-nativ, scale-out und plattform-agnostisch.
- Resilienz: Moderne Technologien sorgen für hohe Verfügbarkeit und Resilienz.