Uwe, starten wir ganz vorne. Was macht ihr im Team Finnova Core Banking Operations eigentlich genau?
Uwe: Wir begleiten den gesamten technischen Lebenszyklus von Finnova bei unseren Kunden. Dazu gehören Betrieb, Engineering, Weiterentwicklung und die Bearbeitung von Incidents. Finnova stellt die Software bereit und wir sorgen gemeinsam mit weiteren Inventx-Teams dafür, dass sie in der jeweiligen Kundenumgebung zuverlässig funktioniert. Neue Komponenten müssen vorbereitet, operationalisiert und sauber in den Betrieb integriert werden. Kurz gesagt: Wenn es um den ganzheitlichen Betrieb von Finnova geht, sind wir mittendrin.
Mit finnova.neo entsteht nun Schritt für Schritt eine neue Welt. Was bedeutet das konkret für euch?
Uwe: Vor allem, dass wir über längere Zeit in zwei Welten arbeiten. Es gibt keinen Big Bang über alle Kunden hinweg. Einzelne Module werden vorbereitet, getestet, eingeführt und bestehende Komponenten später abgelöst. Und jeder Kunde hat seine eigene Roadmap.
Das Neue nimmt also laufend mehr Platz ein. Gleichzeitig bleibt das bestehende Wissen wichtig. Für uns heisst das: Neues schnell lernen und anwenden, ohne das Bewährte zu vergessen. Diese Flexibilität wird immer wichtiger.
Technisch wechseln wir zur Container-Technologie. In einem Zwischenschritt setzen wir dabei auf Podman Quadlet in den Linux-Umgebungen. In den nächsten Jahren folgt die Migration auf eine Kubernetes-Runtime.
Was muss man dafür neu können?
Uwe: Zuerst einmal bleiben einige Skills zeitlos. Strukturiertes und analytisches Arbeiten, Sorgfalt und ein ausgeprägter Kundenfokus. Und genauso wichtig ist für mich ein Team, in dem die Zusammenarbeit funktioniert und man gerne miteinander arbeitet.
Technologisch wird unser Spielfeld aber deutlich grösser. Container, Kubernetes, API-Management und Cloud Native Technologien gewinnen mit finnova.neo an Bedeutung. Damit verändert sich auch unsere Arbeit, weg von dem einen Server zu verteilten Systemen und entsprechenden Tools für Deployment, Monitoring und Störungsbehebung. Es gibt einen Spagat zwischen Fokus in Form vertikaler Vertiefung und gleichzeitigem Verständnis des Gesamtsystems.
Hat der klassische Finnova-Spezialist damit irgendwann ausgedient?
Uwe: Ganz klar nein. Tiefes Finnova und Datenbank-Know-how bleibt enorm wertvoll. Wir werden weiterhin Spezialistinnen und Spezialisten brauchen, zum Beispiel im DBA-Umfeld.
Gleichzeitig kommen neue Technologien und Rollen dazu. Das Wissen wird breiter. Wer Finnova versteht und zusätzlich Themen wie APIs, Container, Monitoring oder Cloud Technologien einordnen kann, bekommt ein sehr spannendes Gesamtbild. Genau diese Mischung macht die Transformation für mich interessant.